Wie steht es eigentlich aktuell um die geplante Sanierung der Lindgren-Schule und dem Neubau der Turnhalle?
Diese Frage stellen sich aktuell nicht nur die Schönefelder, sondern auch der Stadtbezirksbeirat Nordost. Dazu gibt es jetzt eine Antwort aus der Verwaltung zur Sitzung des Stadtbezirksbeirats Nordost am 13.Mai. Diese lautet wie folgt:
„Stand Umsetzungsplanung Sanierung Astrid-Lindgren-Grundschule – Mai 2026
Die Stadt Leipzig hatte zuletzt vor, die Sanierung der Schule in Kombination mit einem Ersatzneubau der Sporthalle im Anschluss an die Fertigstellung des Gebäudes in der Löbauer Straße dringlich umzusetzen. Dieser Sachstand wurde der Schule – ebenso wie weiteren betroffenen Standorten – im Rahmen einer Informationsveranstaltung mitgeteilt.
Zudem hat Frau Bürgermeisterin Felthaus das Thema mehrfach aufgegriffen; auch in der Presse wurde darüber berichtet.
Inzwischen musste die Planung geändert werden. Der Baustart der Astrid-Lindgren-Schule sowie des geplanten Neubaus der Sporthalle kann aktuell nicht konkret benannt werden. Die Verschiebung ist auf die angespannte finanzielle Situation der Stadt Leipzig und die ausbleibenden Fördermittel des Freistaats Sachsen zurückzuführen. Im Doppelhaushalt 2025/26 fehlen rund 100 Mio. € für den Schulbau, ursprünglich waren jährliche Mittel in Höhe von 200 Mio. € vorgesehen. Auch wenn Investitionen in die schulische Infrastruktur weiterhin in Leipzig eine sehr hohe Priorität haben, müssen aufgrund dieses Mitteldefizits Projekte geschoben werden. Die Entscheidung fällt sehr schwer, da jeweils eine hohe Dringlichkeit vorliegt. Die Astrid-Lindgren-Schule ist gemäß der Prioritätensetzung derzeit als Nachrücker auf der Warteliste.
Die Leipziger Schulbaustrategie ist unter den gegebenen Umständen weiterhin die systematische Grundlage für die weitere Investitionsplanung. Die Fortschreibung der entsprechenden Vorlage befindet sich derzeit in Arbeit.
Eine Nutzung des Gebäudes als Berufsschule ist nicht vorgesehen. Stattdessen wird geprüft, ob das Objekt für eine andere Schule zur zwischenzeitlichen Auslagerung während derer Sanierung dienen kann.“
Natürlich ist die „Nicht-Sanierung“ der Lindgren-Schule nicht positiv für den Stadtteil. Schließlich hatte die Stadt 50 Jahre lang Zeit!
Jedoch kommen jetzt andere Gedanken auf. Aktuell plant die Stadtverwaltung einen Schul-Ersatzneubau in Mockau in der Katzmannstraße zwecks Sanierung von Schulen aus den Stadtteilen Gohlis und Eutritzsch. Angeblich hat sich kein anderes Grundstück im Norden / Nord-Osten der Stadt gefunden, was die entsprechende Größe hat. Was wäre eigentlich, wenn man nach dem Umzug der Lindgren-Schule in das Gebäude an der Volksgartenstraße nun die dann ehemalige Lindgren-Schule an der Löbauer Straße als Ersatz-Schule statt dem Neubau in der Katzmannstraße nutzt? Das Gebäude ist optimal an den ÖPNV angebunden, hat sogar eine eigene Haltestelle direkt davor. Zumal der Neubau in der Katzmannstraße nur ein Ersatzneubau wäre und nach der erfolgten Sanierung der Schulgebäude in Gohlis und Eutritzsch wieder abgerissen worden wäre. Die aktuellen Zahlen der Kitabelegungen zeigen zudem die Rückläufigkeit bei den Schülerzahlen. Ausweich-Schulgebäude haben eine gewisse Tradition in Leipzig. Die Schüler/innen des Goethe-Gymnasiums haben in der Schule an der Volksgartenstraße gestartet, ebenso wie die Schüler/innen der Schule/Gymnasium Ihmelstraße. Die Schüler/innen der Lidice-Schule fanden in Portitz ihre Ausweichschule.
Vielleicht sollte die Stadtverwaltung – wenn wir schon sparen müssen – mal darüber nachdenken.